
Eine Forderung, die Zusammenarbeit mit rechtsextremen, demokratiefeindlichen Parteien sofort zu unterbinden.
Offener Brief der Filmschaffenden in Deutschland: Wir wählen Demokratie und Rechtsstaat.
“Wir, die Filmschaffenden in Deutschland, fordern die Abgeordneten des deutschen Bundestages und Bundesrats – insbesondere der CDU/CSU, FDP und dem BSW – dazu auf, die Zusammenarbeit mit einer (in Teilen gesichert) rechtsextremen, demokratiefeindlichen Partei sofort zu unterbinden.
Darüber hinaus appellieren wir an alle unsere Kolleg:innen, zur Wahl zu gehen und demokratischen Parteien ihre Stimme zu geben, die für eine offene, inklusive und tolerante Gesellschaft stehen, um sich dem Rechtsruck und dem erodierenden Demokratieverständnis entgegenzusetzen.
Der momentane politische Diskurs ist zutiefst besorgniserregend. Politische Mehrheiten abseits eines freiheitlich demokratischen Grundkonsens mit Hilfe von Demokratiefeinden zu erzwingen, den Weg des Dialogs zu verlassen und Rechtsextremen Machtpositionen anzubieten, hat schon einmal in einen Abgrund geführt.
Dieser Weg und die eingebrachten Gesetzesentwürfe gefährden unsere Demokratie, unsere Werte und unsere offene Gesellschaft. Sie stehen nicht im Einklang mit unserem Grundgesetz und europäischem Recht und gefährden zusätzlich unsere Wirtschaft.
Unsere Branche ist eine vielfältige Gemeinschaft. Wir arbeiten grenzübergreifend in Deutschland, Europa und darüber hinaus. Unsere Kreativität lebt von Reisefreiheit, kulturellem Austausch und gegenseitigem Respekt. Wir stehen für eine Gesellschaft, die Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder Identität gleichberechtigt behandelt. An unseren Sets stehen Menschen jeglicher Herkunft und Hautfarbe, jeglichen Geschlechts und Glaubens – wir sind bunt und divers.
Unsere Branche leistet einen bedeutenden wirtschaftlichen Beitrag: Es gibt in Deutschland mehr als 770 Filmproduktionen, die einen Gesamtumsatz von mehr als 10 Milliarden Euro erwirtschaften – mit rund 120 000 Arbeitsplätzen.”
(Stand 2022 / Prognose 2025 https://de.statista.com/themen/2990/filmproduktion-indeutschland/ )
Unsere Arbeit ist nur ein einem freien, offenen und demokratischen Land möglich.
“Wir schaffen Wirtschaftsleistung, exportieren Kultur und prägen das Bild Deutschlands im In- und Ausland. Unsere Arbeit ist nur in einem freien, offenen und demokratischen Land möglich. Planbare wirtschaftliche Rahmenbedingungen, wie das Schengen-Abkommen, freier Güter- und Warenverkehr und geltendes EU-Recht sind dabei eine fundamentale Basis unserer Wirtschaftskraft.
Wir stellen uns entschieden gegen jede Form von Extremismus, Hass und Demokratiefeindlichkeit und diejenigen, die diese auch nur dulden. Es gibt keine Neutralität, wenn die Grundwerte unserer Gesellschaft angegriffen werden. Wir stellen uns entschlossen und schützend vor diese Werte.”
Die nächsten Wochen sind entscheidende für den weiteren politischen Werdegang unserer Demokratie und unseres Rechtsstaats. Wir alle sind als Zivilgesellschaft gefordert.”
Wahlen sind der Moment, in dem wir alle mitentscheiden, in welcher Gesellschaft wir leben wollen. Deshalb rufen wir alle Filmschaffenden – und alle Bürgerinnen und Bürger – dazu auf: Nutzt eure Stimme für eine demokratische Zukunft. Engagiert euch auch über die Wahl hinaus.”
LESEN SIE DEN OFFENEN BRIEF IM ORIGINAL:
Brief bei Google-Docs