kmkb - Königin Elisabeth die Zweite in einer Kutsche während einer königliche Prozession anlässlich Opening of Parliament 1965

Königsdisziplin: Social Media Royal

23/07/2022

Queen Elizabeth II. und ihre Royal-Family sind wahre Vollprofis, wenn es um Twitter, Instagram & Co. geht

Keine Spur von angestaubter Monarchie: Kaum ein Königshaus bietet der Netzgemeinde vielseitigere und lebendigere Unterhaltung.

Queen Elizabeth II. (96) war die erste Monarchin, die das Zepter auf dem Weg ins Social-Media-Zeitalter in die Hand nahm. Mit 88 Jahren setzte sie ihren ersten Tweet ab. Es war zwar eine belanglose Nachricht, die die britische Königin über den Account des Palastes verschickte, doch es war auch der Sprung in eine neue Ära der Medienkultur und der digitalen Sichtbarkeit.

Queen Elizabeth II. deutet die Zeichen des Umbruchs richtig

Im März 2019 folgte der erste persönliche Beitrag Ihrer Majestät bei Instagram. Der Buckingham-Palast führte da schon lange die Präsenz im Netz, doch die technisch interessierte Königin meinte es ernst. Inzwischen Twitter-Profi erschien die Regentin im Science Museum in London zum Instagram-Debüt sogar in der Pantone-Farbe des Jahres: Pantone 16-1546 Living Coral.

Trotz ihres hohen Alters war dem ausgeschlafenen Oberhaupt der traditionsbewussten “Firma”, wie das britische Königshaus inoffiziell genannt wird, offenbar schnell klar, dass es sich bei Social Media nicht um einen kurzlebigen Trend handelte, sondern um einen Wandel, der die Monarchie ohne Umstellung als angestaubtes Relikt der Vergangenheit zurückgelassen hätte.

Der heutige Boom gibt ihr Recht: Mitte Juli hat die Zahl der Nutzer weltweit eine historische Marke überschritten: Erstmals war laut Wirtschaftswoche mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung auf Social Media aktiv. Gut vier Milliarden Nutzer tummelten sich demnach rund um den Globus auf Facebook, Instagram, Twitter und Co.

Statt umständlich zu recherchieren, bedient sich die Presse bei Social Media

Die Popularität des Königshauses nahm über die Zeit hinweg zu. Es war zu beobachten wie sich die Distanz zum Volk verkleinerte. 1981 begeisterte sich eine neue, junge Generation für das Königshaus, mit Prinz Charles und Lady Diana als romantische Projektionsfläche. Das öffentliche Bild der Queen und der königlichen Familie wurde damals durch die etablierten Medien, wie Presse, Funk und Fernsehen definiert. Die mediale Wahrnehmung der Royals ist 2022 eine differenzierte. Dank selbstbestimmter Kommunikationsstrategien, wirken die Mitglieder des Königshauses authentischen und nahbar.

Die Starter-Erfolgsgeschichte der Brit-Royals ist schnell zu Ende erzählt: Die Firma holte sich Spitzen-Marketing- und SEO-Kompetenz an die Seite, wird heute für ihre launigen Beiträge gefeiert und mit Rekord-Followerzahlen belohnt. Ein absolutes Muss, denn in Großbritannien werden soziale Medien noch weitaus häufiger und intensiver von nahezu allen Politikern, Unternehmern und eben auch den Royals genutzt, ganz anders als in Deutschland.

Die adeligen Herrschaften bieten mit vermutlich gelegentlich auch kalkulierten Skandalen ihr kurzweiliges Unterhaltungsprogramm und führen ansonsten eine Art Charity-Vorbildfunktion vor. Ob Rettung des Weltklimas, Würdigung der Corona-Helfer, Spendenaufrufen für Mutter-Kind-Programme, Förderung von Bildungs- und Kultur- und Sportstätten aller Art – ein royaler Besuch mit Foto oder Video im Channel wirkt inzwischen auch ohne Outfit in Pantonefarbe oft Wunder.

Am Anfang kann eine digitale Entwöhngskur helfen

In den sozialen Netzwerken, vornehmlich auf Instagram, verfahren die Briten sehr professionell, nämlich arbeitsteilig. Für jeden Geschmack ist etwas dabei: Queen Elizabeth II. sorgt für staatstragenden Glanz und Glamour, Prinz William (40) und Herzogin Kate (40) zeigen sich herzlich, familiär, nahbar und locker. Thronfolger Prinz Charles (73) und die Herzogin von Cornwall (74) genießen hohes Ansehen und sind die perfekte Staffage für Tradition, Noblesse und Naturliebe.

Es soll Zeiten gegeben haben, als Fans des Königshauses zum Buckingham-Palast strömten, nachdem Gerüchte die Runde machten. Sie konnten einen Blick auf die goldene Staffelei werfen, wo etwa nach der Niederkunft eines royalen Familienmitglieds das offizielle Geburtsdokument präsentiert wurde.

Wer den alten royalen Tagen nachtrauert, findet sicher eine starke Gemeinde mittrauernder Royalisten bei Social Media.

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